Endlich, nach Jahren der Stille, hat die wunderbare Autorin Rachel Palacio ein neues Buch veröffentlicht! Ihr erster Roman „Wunder" gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern.

Nun legt sie mit „White Bird" einen Roman über den Holocaust vor. Er erzählt die Geschichte von Sara, die als betagte Dame ihrem Enkel Julian via Facetime ihre Erfahrungen im von Deutschland besetzten Frankreich schildert.

Sara ist Jüdin und wächst behütet in Frankreich auf, ihre Eltern sind Akademiker und erst einmal sehr erleichtert, als nach der deutschen Besatzung ihre Heimat der französischen Kontrolle überantwortet wird. So glauben sie nicht an die Gefahr von Verfolgung und ziehen deshalb auch keine Flucht ins Ausland in Erwägung. Doch dies ändert sich eines Tages, als SS-Truppen plötzlich in der Schule auftauchen und alle jüdischen Kinder verschleppen. Sara gelingt mit Hilfe von Julien, einem an Polio leidenden Mitschüler, die Flucht. Er bringt sie zum Hof seiner Familie, wo Sara auf dem Heuboden der alten Scheune ein Versteck und dadurch ein neues Heim findet. Juliens Familie kümmert sich rührend um das Mädchen und sie verbringt dort mehrere Monate in Sicherheit, bis ein ehemaliger Mitschüler Wind von der Sache bekommt. Nun ist nicht nur Saras Leben in Gefahr, sondern auch das von Juliens gesamter Familie.

Eine berührende Geschichte über den Mut, Menschlichkeit zu beweisen, trotz persönlicher Gefahr und über die Hoffnung, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich gegen Unterdrückung und Gewalt richten, wundervoll ergänzt durch Zeichnungen und den geschichtlichen Hintergrund im Glossar.

Übersetzung: Aus dem Englischen von André Mumot
Kinderbuch ab 11 Jahren
Carl Hanser, 19,00 €

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